
Ich weiss nicht, was ich will. Wie finde ich heraus, was wirklich zu mir passt?
Doch du weisst bereits sehr viel.
Vielleicht hast du nur angefangen im Aussen nach deinen Antworten zu suchen. Nicht bewusst. Leise und langsam.
Und irgendwann hast du verlernt, deiner inneren Stimme zuzuhören. Und ihr zu vertrauen.
Und wenn du sie nicht mehr hörst, kannst du ihr auch nicht folgen.
Doch das Schöne ist, du trägst viele Antworten bereits in dir. Es gilt nur wieder aufmerksam zuzuhören und gleichzeitig dem Aussen weniger zu lauschen. Und Vertrauen aufbauen. Das kannst du üben.
Wir alle wurden geboren und trugen da bereits unsere Stimme in uns. Unsere Intuition. Unser Bauchgefühl. Und mit den Jahren des Erwachsenwerdens wurde diese Stimme vielleicht immer etwas leiser. Doch verstummt, ist sie nicht. Sie ist noch da. Und sie bleibt. Egal wie laut die Welt ist, sie ist. Sie verweilt. Sie wartet. Und sie spricht. Mit dir. Hör genau hin.
In dem leistungsorientierten Sein unserer Realität ist es schwierig etwas zu folgen und dem zu vertrauen, was nicht messbar ist. Und die Aussenwelt, unsere Sozialisation, patriarchale Strukturen, Meinungen, vermeintliche Rollenbilder, Wegbegleitende und wir selbst, formen uns. Beeinflussen uns. Es entstehen Erwartungen. Vermeintliche. Vom Aussen, an uns. Und von uns selbst, an uns. Doch Erwartungen sind keine Leistungen, die erbracht werden müssen. Ich betrachte Erwartungen als Schalldämpfer unserer Stimme. Und je nach Dichte dieser, ist es schwerer uns selbst zuhören. Doch das Schöne ist, man kann sie ablegen. Die Schalldämpfer. Manchmal braucht es Mut. Manchmal erfordert es Wut. Und nicht selten verlangt es Hingabe. Zu uns selbst.
Ich staune immer wieder wie es uns gelingt so viel Energie und Kraft zu investieren, um Menschen, Erwartungen, Meinungen anderer gerecht zu werden. Und wie sehr wir manchmal gegen uns selbst ankämpfen. Gegen unsere Wünsche, Bedürfnisse und Träume. Wobei wir die sind, die unser eigenes Leben leben. So habe ich Studien angebrochen, um sie dann wieder abzubrechen. Für Dazugehörigkeit an Veranstaltungen teilgenommen, um später zu merken, dass ich nicht dazugehöre. Weil es mir gar nicht entsprach. Freundschaften gepflegt, die in meinem inneren Garten Unkraut säten. Bis ich merkte, dass ich für mich selbst losgehen kann. Und das Leben mir mehr Freude schenkte.
Wie sieht es bei dir aus? Die Entscheidungen, die du triffst. Triffst du sie für dich? Oder triffst du sie, um gerecht zu werden? Um ja nicht anzuecken? Triffst du sie, weil du Angst vor Fehlern hast? Angst vor Unbekanntem? Oder triffst du sie, um in deinem Leben deine Wünsche und Bedürfnisse und Träume zu verwirklichen? Angenommen du triffst sie für das Aussen: Lebt es sich leichter, sich selbst zu verstellen, um in eine vermeintliche Schublade zu passen? Ich gehe davon aus, dass es unter Umständen zu weniger Konflikten führt. Zu weniger Aufsehen. Vielleicht auch zu weniger Urteil.
Doch wie sieht es in deinem Inneren aus, wenn du dich hintergehst? Wenn du deine Stimme ignorierst, um dem Geschrei von aussen zu folgen? Ist es nicht anstrengend gegen sich selbst zu kämpfen? Anstelle vollkommener Selbstannahme. Ich sage nicht, dass der Weg einfach und schmerzfrei ist, wenn man für sich los geht. Er kann Verluste mit sich bringen. Altes loslassen. Bekanntes verlassen. Und dies löst Unsicherheit aus. Trauer. Wut. Verzweiflung. Doch kann es auch sanft sein. Versöhnlich. Er ist friedlicher. Weil du bei dir bist. Und je mehr du bei dir bist, je länger du dich aushältst, stärkst und für dich einstehst, desto leichter wird es. Es ist wie ein Muskel. Und dieser kann trainiert werden. So auch dein Gehör für deine innere Stimme. Je länger du es schulst, je mehr du dich damit auseinandersetzt desto klarer werden die Signale. Und du weisst, was du willst. Vielleicht geht es nicht darum, dass dir jemand sagt, was richtig für dich ist. Vielleicht brauchst du nur einen Raum, in dem es einmal leiser wird und du wieder hören kannst, was von dir kommt.





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